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Patienteninformationen

Patienteninformation Epilepsie

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Epileptische Anfälle werden verursacht durch eine ungesteuerte, synchrone Übererregung von Nervenzellen im Gehirn. Epileptische Anfälle sind häufig, bis zu 5 % der Bevölkerung (jeder 20.) hat irgendwann in seinem Leben einen epileptischen Anfall. In unserer Abteilung werden dementsprechend jedes Jahr mehrere hundert Patienten mit Anfällen behandelt. Epilepsien im eigentlichen Sinne sind seltener, betreffen aber noch immer etwa 0,7% der Bevölkerung, also deutlich über 1000 Menschen im Kreis Barnim. Eine Epilepsie liegt vor, wenn mehrere epileptische Anfälle ohne vermeidbare Auslösefaktoren aufgetreten sind bzw. wenn sich nach einem ersten epileptischen Anfall in der neurologischen Untersuchung Hinweise auf ein hohes Wiederholungsrisiko ergeben.

Anfälle können ganz unterschiedlich aussehen, je nach dem welche Zellen im Gehirn von der Übererregung betroffen sind. Man unterscheidet generalisierte (die gesamte Großhirnrinde entlädt) und fokale Anfälle (von einem umschriebenen Areal ausgehend). Generalisierte Anfälle sind in der Regel eher auf eine Veranlagung zu epileptischen Anfällen zurück zu führen, meist ohne weitere Schädigung des Gehirns. Menschen mit generalisierten Anfällen haben deshalb außer der Epilepsie oft keine weiteren Krankheitszeichen. Generalisierte Anfälle lassen sich in der Regel gut behandeln. Fokale Anfälle sind meist Zeichen einer umschriebenen Hirnschädigung, so dass neben den epileptischen Anfällen auch weitere neurologische Ausfälle bestehen. Diese Anfälle sind etwas schwieriger zu behandeln.

Unter den generalisierten Anfällen unterscheidet man:

  • tonische Anfälle (der ganze Körper verkrampft sich),
  • klonische Anfälle (der gesamte Körper zuckt),
  • myoklonische Anfälle (einzelne Muskelgruppen zucken),
  • Absencen (es kommt zu Bewusstseinspausen, meist ohne weitere Auffälligkeiten, manchmal mit raschem Lidschlag und Blickwendung nach oben) und
  • atonische Anfälle (Sturzattacken).

Diese Anfallsarten können einzeln oder in Kombination auftreten. Die bekannteste Anfallsform ist der so genannte große Anfall (Grand mal), bei dem zunächst über 30 Sekunden der ganze Körper sich versteift (tonischer Anfall), dann über nochmals 30 Sekunden bis 1 Minute der ganze Körper zuckt (klonischer Anfall). Anschließend versinkt der Betroffene in einen Tiefschlaf, dann kann es zu einem vorübergehenden Verwirrtheitszustand kommen. Oft kommt es während des Anfalls zum Einnässen oder zu einem Zungenbiss. Verletzungen sind nicht selten. Andere Anfälle verlaufen weit weniger dramatisch, so werden Absencen (kurze Bewusstseinspausen von wenigen Sekunden Dauer) oft von den Betroffenen und ihrer Umgebung gar nicht wahrgenommen.

Fokale Anfälle unterscheiden sich im Aussehen danach, welche Hirnregion betroffen ist. Mit Abstand am häufigsten sind so genannte „Temporallappenanfälle“. Typischerweise wird ein brennendes, eigenartig komisches Gefühl im Magen beschrieben, oft auch ein unbestimmtes Angstgefühl, anschließend kommt es zu einer Bewusstseinstrübung und Erinnerungslücke. Angehörige beobachten dann oft automatisierte Bewegungen wie z. B. Schmatzen oder Nesteln. Anschließend ist der Betroffene meist über einige Minuten etwas verwirrt. Es gibt eine ganze Reihe anderer, seltenerer fokaler Anfallsformen. Alle fokalen Anfälle können in generalisierte Anfälle, z.B. Grand Mal, übergehen, manchmal so rasch, dass nur der generalisierte Teil des Anfalls bemerkt wird.

Die Diagnose eines epileptischen Anfalls bzw. einer Epilepsie beruht auch heute noch ganz überwiegend auf der Beschreibung der Anfallsereignisse. Deshalb ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, dass außer dem Patienten auch ein Angehöriger, der die Anfälle beobachtet hat, bei der Anamneseerhebung anwesend ist.

Einzelne Anfälle sind in aller Regel nicht gefährlich, wenn sie nicht zu einer Verletzung führen. Dennoch sollte die Abklärung so rasch wie möglich erfolgen, weil Anfälle das erste Zeichen einer schweren Hirnerkrankung sein können. Deshalb sollte nach einem erstmaligen Krampfanfall sofort die Rettungsstelle im Werner-Forßmann-Krankenhaus aufgesucht bzw. der Rettungsdienst benachrichtigt werden. Wenn irgend möglich, sollte ein Zeuge des Ereignisses mit in die Rettungsstelle kommen, damit die Diagnose gestellt werden kann. Neben der Schilderung des Anfalls helfen die neurologische Untersuchung, die Ableitung einer oder mehrerer Hirnstromkurven (EEG) und eine Schnittbilduntersuchung des Gehirns (CT und/oder MRT) weiter.

Manche Anfälle werden „Gelegenheitsanfälle“ genannt, weil sie nicht durch eine Hirnerkrankung, sondern durch einen anderen Faktor ausgelöst werden. Dazu zählen vor allem die Alkoholvergiftung bzw. der Alkoholentzug, daneben auch sehr ausgeprägter Schlafmangel (mehrere Nächte ohne Schlaf), hohes Fieber (vor allem bei sehr kleinen Kindern), manche Medikamente, Drogen und Genussmittel. In diesen Fällen sollte der auslösende Faktor (z. B. Alkoholmissbrauch) beseitigt werden. Gerade Anfälle im Alkoholentzug können sich aber häufen und dann gefährlich werden. Deshalb ist auch in solchen Fällen eine stationäre Aufnahme notwendig. Ansonsten sind Anfallshäufungen selten. Wenn jemand 10 Minuten nach Beginn des Krampfanfalls das Bewusstsein noch nicht wieder erlangt hat, kann es sich aber um den Übergang in einen so genannten Status epilepticus handeln. Dann ist eine dringende Krankenhausbehandlung notwendig (Rettungsdienst alarmieren!), denn diese Zustände sind lebensbedrohlich.

Wenn die Untersuchung die Diagnose einer Epilepsie ergibt, wird über die Möglichkeit einer antiepileptischen Behandlung zu sprechen sein. In erster Linie kommen hierfür Medikamente in Frage. Außerdem geht es darum, Auslösefaktoren zu meiden (z. B. Schichtarbeit). Ein weiterer wichtiger Punkt ist, Verletzungsfolgen durch weitere Anfälle zu minimieren (keine Arbeit auf Leitern oder an gefährlichen Maschinen, Vorsicht beim Baden und Schwimmen). Das Fahren eines Kfz ist für Menschen mit einer aktiven Epilepsie gesetzlich verboten. Operationen (Vagusschrittmacher oder Hirnoperationen) sind nur selten notwendig, können aber in Einzelfällen sehr hilfreich sein.

Der Klinik stehen die modernen Diagnoseverfahren für Epilepsie zur Verfügung (Video-EEG einschl. Langzeitableitung sowie - in Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie am Werner-Forßmann-Krankenhaus - die bildgebende Diagnostik). Patienten können in einer Spezialambulanz unserer Abteilung weiter betreut werden. Es besteht aber auch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Ambulanz der Epilepsieklinik in Bernau und den niedergelassenen Fachkollegen, die die ambulante Behandlung meist übernehmen

Neben der ärztlichen medikamentösen Betreuung ist oft auch eine neuropsychologische Abklärung bzw. psychologische Betreuung sinnvoll, die in unserer Abteilung von Frau Bülters gewährleistet wird. Berufliche und soziale Aspekte können mit Frau Rahn, der Sozialarbeiterin der Abteilung besprochen und geklärt werden. 

 

Patienteninformation Multiple Sklerose

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Die Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarkes. Sie befällt Frauen häufiger als Männer und junge Erwachsene häufiger als Kinder oder ältere Menschen. Sie verläuft in den meisten Fällen chronisch, d. h. über viele Jahre. Die Lebenserwartung ist durch die Krankheit kaum eingeschränkt. Je nachdem, wie ausgedehnt das Gehirn und das Rückenmark betroffen sind, kann es aber zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität kommen.
In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung – zumindest zu Beginn – in Schüben: Es treten neurologische Verschlechterungen von mindestens 24 Stunden Dauer auf, die sich dann allmählich wieder zurückbilden. Häufig betroffen ist der Sehnerv bzw. die Sehstrahlung im Gehirn. Dann kommt es zu Schmerzen hinter einem Auge, einer Farbentsättigung, Verschwommensehen, im Extremfall zur Blindheit auf dem Auge. Andere mögliche Symptome sind Doppelbilder, Taubheitsgefühle oder Lähmungen, meist auf einer Körperseite, Blasenstörungen, Ungeschicklichkeit der Hände bzw. Unsicherheit beim Gehen, Schwindel, eine allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit, gelegentlich auch Depressionen sowie Konzentrationsstörungen.
Man geht heute davon aus, dass die Krankheit in 2 Phasen verläuft: Zunächst kommt es zu wiederholten Entzündungen, die sich in Schüben äußern. Im späteren Verlauf kommt es zu einem allmählichen Verlust an Nervenzellen, der so genannten Degeneration, die zu einer schleichenden Verschlechterung führt. Wahrscheinlich ist die schleichende Verschlechterung durch Ausmaß und Dauer der vorangegangenen Entzündungsaktivität bestimmt.
Die Diagnose einer MS ist wie ein Puzzle: Sie beruht auf der Kombination typischer Beschwerden, des typischen Verlaufs, typischer Bilder des Gehirns bzw. des Rückenmarks in der Kernspintomographie, typischer Nervenwasserbefunde und typischer neurophysiologischer Befunde. Kein einzelner dieser Befunde allein reicht aus, um die Diagnose zu stellen. Es ist wichtig, aber nicht immer einfach, andere ähnlich wirkende Erkrankungen abzugrenzen, die allerdings wesentlich seltener sind.
Die Rolle der neurologischen Abteilung ist einerseits, die Diagnose der MS möglichst frühzeitig zu stellen. Dies ist wichtig, weil man gegen die frühe Phase der entzündlichen Erkrankung heutzutage über mehrere, sehr wirksame Medikamente verfügt. Wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird und diese Medikamente gleich eingesetzt werden, ist zu erwarten, dass die spätere, schleichende Verschlechterung nicht oder erst sehr viel später auftritt. Wenn Patientinnen oder Patienten mit Beschwerden eingewiesen werden, die auf eine mögliche Multiple Sklerose hinweisen könnten, werden dementsprechend alle oben genannten Untersuchungen durchgeführt. Im Anschluss werden die Ergebnisse gemeinsam mit dem Patienten – und wenn er es wünscht mit seinen Angehörigen – besprochen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten durchgegangen. Die weitere, ambulante Behandlung erfolgt dann in der Regel bei einem der niedergelassenen Fachkollegen. In komplexen Fällen ist auch die ambulante Weiterbetreuung in der Fachambulanz MS unseres Hauses möglich (Leitung: OA Lilienfein).
Trotz entsprechender Behandlung kann es aber erneut zu Schüben bzw. auch zu einer Verschlechterung kommen. In diesen Fällen kann man den Schub durch eine hochdosierte Kortisonmedikation zurückdrängen. Anschließend muss jeweils darüber nachgedacht werden, ob die vorbeugende Medikation stark genug ist, hier gibt es verschiedene Eskalationsstufen. Der 2. Schwerpunkt unserer stationären Arbeit mit MS-Patienten liegt in dieser Schubbehandlung und der – notwendigenfalls wiederholten – Überprüfung der vorbeugenden Medikation bei weiterer Verschlechterung.
In allen Phasen der Erkrankung sind pflegerische Beratung und physiotherapeutische, ergotherapeutische, neuropsychologische und logopädische Behandlung bei entsprechenden Ausfällen von entscheidender Bedeutung und mindestens ebenso wichtig wie die ärztliche Behandlung. Die entsprechenden Fachleute stehen bei uns zur Verfügung, sie arbeiten (auf Überweisung durch einen niedergelassenen Arzt) auch ambulant: Schwester Madeleine Joachim und Schwester Cindy Springer als Fachpflegeschwestern für Multiple Sklerose, Frau Holzenger,  Frau Lesche und Frau Paertenheimer als erfahrene Ergotherapeutinnen, Herr Sand, Frau Tschuschke und Frau Wünsch als Logopäden, Frau Bülters als Neuropsychologin und das Team um Frau Perdita Kühlmann in der Physiotherapie. 
Folgende vorbeugende bzw. verlaufsmodifizierende Medikamente werden derzeit bei uns routinemäßig eingesetzt: Glatirameracetat; die 3 Betainterfon-Präparate; Natalizumab;  Mitoxantron; Cyclophosphamid. In einzelnen Fällen kommen Immunglobuline bzw. – in Zusammenarbeit mit der nephrologischen Abteilung am Werner Forßmann Krankenhaus – die Plasmapharese (Blutwäsche) zum Einsatz. Zur Schubtherapie benutzen wir Kortison, in Einzelfällen auch in regelmäßiger Anwendung im Sinne einer Vorbeugung. Im Rahmen der symptomatischen Behandlung achten wir besonders auf Schmerzen, Spastik, Koordinationsstörungen, motorische Ausfälle, Blasenstörungen, aber auch Fatigue, Depressionen und kognitive Einbußen. Alle diese Beschwerden sind einer jeweils spezifischen Therapie zugänglich.  

 

Patienteninformation Parkinson

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James Parkinson verfasste 1817 seinen „Versuch über die Schüttellähmung“ über die Krankheit, die heute nach ihm benannt ist. Im Einzelnen beschrieb er das Zittern, die verminderte Geschicklichkeit, Schwierigkeiten mit der Verdauung, die verwaschene und mit der Zeit schwer verständliche Sprache sowie die Neigung der Patienten, vom Gehen in einen tippelnden Laufschritt zu fallen. Sehr eindrucksvoll beschreibt er die Unfähigkeit zu schlucken im fortgeschrittenen Krankheitsstadium, die damals zum Hungertode der betroffenen Patienten führen musste. Zur Behandlung schlug er Schnitte an der oberen Halswirbelsäule vor, weil er Eiter- und Blutansammlungen im Bereich des Rückenmarkes als Krankheitsursache vermutete.

Inzwischen wissen wir viel mehr über die Krankheit. Als Kardinalsymptom ist die Muskelsteifigkeit hinzugetreten. Es ist klar geworden, dass es bei der Parkinson-Krankheit nicht – wie von Parkinson vermutet – zu Lähmungen im eigentlichen Sinne kommt. Es sind neben den Verdauungsstörungen weitere nicht motorische Probleme bekannt geworden (im Frühstadium Depressionen, Riechstörungen und Schlafstörungen, in späteren Stadien erschwerte Denkabläufe und Fehlwahrnehmungen). Man weiß jetzt, dass die Ursache nicht im Rückenmark, sondern im Mittelhirn und im Großhirn zu finden ist, wo bestimmte Nervenzellen ihre Funktion einstellen. Die chemischen Botenstoffe, die diese Nervenzellen herstellen, können inzwischen als Tablette, als Pflaster oder auch mit Spritzen ersetzt werden, so dass die Lebensqualität lange erhalten bleibt und kein Patient mit Parkinson mehr verhungern muss. Die Lebenserwartung von Parkinsonpatienten hat sich erheblich verbessert und unterscheidet sich nicht mehr sehr von der der allgemeinen Bevölkerung. Unter bestimmten Umständen können Hirnoperationen die Folgen der Krankheit lindern.

Trotzdem bleibt die Parkinsonkrankheit nach wie vor eine Herausforderung an Ärzte und eine schwere Belastung für Betroffene. In den Frühstadien ist sie nicht immer leicht zu diagnostizieren. Nach langjährigem Verlauf wird es zunehmend schwerer, die Folgen zu lindern.

Die neurologische Abteilung am Martin-Gropius-Krankenhaus sieht ihre Aufgabe einerseits darin, in Zweifelsfällen bei der Diagnosefindung im Frühstadium zu helfen. Hierzu werden neben einer gründlichen Anamnese- und Befunderhebung apparative Zusatzuntersuchungen eingesetzt. Sie dienen hauptsächlich dazu, andere, ähnlich wirkende Krankheiten auszuschließen. Oft wird zur Diagnosesicherung ein Behandlungsversuch mit hochdosierten Parkinsonmedikamenten unter standardisierten Bedingungen und Videokontrolle unternommen. Gelegentlich wird die Diagnose mittels einer Untersuchung mit radioaktiven Substanzen weiter untermauert. Auf diese Art gelingt es fast immer, innerhalb eines stationären Aufenthaltes von etwa 1 Woche bis zu 10 Tagen zu einer endgültigen Diagnose zu kommen. Die anschließende Behandlung erfolgt in aller Regel über viele Jahre  ambulant bei den niedergelassenen Fachkollegen.

In ganz fortgeschrittenen Stadien können dann erneut Krankenhausaufenthalte notwendig werden, wenn die ambulanten Möglichkeiten nicht mehr ausreichen. Neuerdings gibt es die Möglichkeit der so genannten „Parkinsonkomplexbehandlung“ im Akutkrankenhaus. Es wird über 2 bis maximal 4 Wochen stationär intensiv physiotherapeutisch, ergotherapeutisch, logopädisch, psychologisch behandelt, gleichzeitig werden die verschiedenen medikamentösen Möglichkeiten zur optimalen Einstellung unter stationärer Beobachtung genutzt. Auch die spezialisierte neurologische Pflege spielt eine große Rolle. Hierdurch gelingt es oft, dem Betroffenen einen guten Teil seiner Selbstständigkeit zurückzugeben. Gelegentlich treten psychische Störungen infolge der Krankheit in den Vordergrund. In diesen Fällen ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der gerontopsychiatrischen Abteilung im Hause sehr hilfreich.

Patienteninformation Schlaganfall

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Schlaganfälle sind umschriebene Durchblutungsstörungen von Teilen des Gehirns. Mit dem Blut gelangen Sauerstoff, Zucker und andere Lebensnotwendige Stoffe ins Gehirn. Wenn eine der Arterien verstopft oder zerstört wird, durch die das Blut zum Gehirn gelangt, stellt das davon abhängige Gewebe zunächst seine Funktion ein, wenig später stirbt es ab. Wenn nur die Funktion vorübergehend eingestellt wird, es aber nicht zu einem Gewebeverlust kommt, spricht man von einer transitorisch ischämischen Attacke. Sobald Gewebe abstirbt, spricht man von einem Schlaganfall.

Unter den Schlaganfällen gibt es zwei Hauptgruppen:

  • Wenn ein Gefäß platzt, wird Gehirngewebe durch das auslaufende Blut verletzt und stirbt ab  (Hirnblutung).
  • Wenn ein zuführendes Blutgefäß (eine Arterie) verstopft wird, kommt es durch die Mangeldurchblutung zum Absterben von Gehirngewebe (Hirninfarkt).

Selten können auch die abführenden Gefäße (Venen) betroffen sein. Wenn eine abführende Vene platzt, kommt es zu einer Subduralblutung zwischen Gehirn und Schädelknochen. Wenn eine Vene verstopft ist, entsteht eine so genannten Sinusvenenthrombose, oft mit Stauungsblutungen.

Schlaganfälle sind häufig. Sie sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Sie treten in allen Lebensaltern auf, werden bei Erwachsenen bei zunehmendem Lebensalter aber deutlich häufiger. In der Schlaganfallstation in Eberswalde werden jährlich etwa 450 vollendete Schlaganfälle behandelt und nochmals etwa 150 flüchtige Durchblutungsstörungen (transitorisch ischämische Attacken, TIA).

Die Hauptsymptome beim Schlaganfall sind plötzliche Kopfschmerzen, Sehstörungen, insbesondere vor einem Auge, Sprachstörung, Taubheitsgefühl und/oder Lähmungen einer Seite, Doppelbilder, Schluckstörung, Schwindel, Gangunsicherheit. Wenn eines oder mehrere dieser Symptome schlagartig auftreten, muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden oder die Rettungsstelle im Werner-Forßmann-Krankenhaus aufgesucht werden. Durch eine frühzeitige Behandlung kann sowohl das Sterberisiko als auch die bleibende Behinderung deutlich gemindert werden.

In der Rettungsstelle wird der Dienst habende Neurologen durch Befragung und Untersuchung zunächst feststellen, ob es sich um einen Schlaganfall handeln kann. Wenn dies der Fall ist, wird sehr schnell eine Schichtröntgenuntersuchung des Gehirns durchgeführt. Man kann damit eine Hirnblutung (weißer Fleck im Schichtröntgen) von einer Mangeldurchblutung (im Verlauf dunkler Fleck, zu Beginn oft noch nicht zu sehen) unterscheiden.

Bei Mangeldurchblutungen, die über 80 % der Schlaganfälle ausmachen, kann unter bestimmten Voraussetzungen das Blutgefäß mit einer stark blutverdünnenden Substanz wieder eröffnet werden. Am wichtigsten ist, dass die Behandlung sehr rasch nach Beschwerdebeginn einsetzen muss. Die Behandlung ist nicht ganz ohne Risiko, deshalb ist es sehr wichtig, dass eine Telefonnummer vorliegt, unter der Angehörige sehr rasch kontaktiert werden können.

Jeder Patient mit einer flüchtigen Durchblutungsstörung oder einem Schlaganfall kommt anschließend auf die Schlaganfallstation (Stroke unit). Hier kümmern sich spezialisierte Ärzte, spezialisiertes Pflegepersonal und spezialisierte Therapeuten (Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Neuropsychologie) um die Patienten. Die Vitalparameter wie Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung im Blut werden kontinuierlich überwacht. Neben der medikamentösen Behandlung ist die frühzeitige Mobilisierung und Rehabilitation von entscheidender Bedeutung. Sehr häufig treten Schluckstörungen bei Schlaganfällen auf, die sehr frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt müssen.

Nach 1 – 3 Tagen können die meisten Patienten die Schlaganfallstation verlassen und kommen auf eine Allgemeinstation. Dort werden die Therapien und die Diagnostik fortgesetzt. Nach in der Regel 8 – 10 Tagen erfolgt entweder die Entlassung nach Hause oder wenn noch Restdefizite bestehen in eine Rehabilitationsklinik.

Die Schlaganfallstation wird pflegerisch geleitet von Schwester Ines Berger. Die ärztliche Leitung hat Oberarzt Schmitt. Das Therapeutenteam um Frau Wohner (Physiotherapie), Frau Partenheimer (Ergotherapie) und Frau Wünsch (Logopädie) wird ergänzt durch weitere Kollegen aus dem Martin-Gropius-Krankenhaus. Auf diese Weise ist stets, auch am Wochenende und an den Feiertagen, die entsprechende Therapie möglich.

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